Cajon Hintergrundwissen – das solltest Du wissen!


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Der Ursprung der Cajon – das Musikinstrument der Sklaven

Das Cajones schnell mit Teekisten aus Übersee verwechselt werden, ist gar nicht mal so abwegig. Ursprünglich waren sie nämlich durchaus Transportkisten, die zum Transport von Fischen oder auch von Orangen verwendet wurden. Sklaven afrikanischer Herkunft jedoch setzten die Kisten in der Kolonialzeit jedoch auch als Trommeln ein, nachdem man ihnen ihre traditionellen Trommeln kurzerhand weggenommen hatte.

Teekiste, die einer Cajon schon sehr ähnlich sieht

Das hier ist eine ganz gewöhnliche Teekiste, und kein Cajon. Auch wenn eine Verwechslung schon möglich ist 😉

Trommeln war nicht nur unter Afrikanern ein Ausdruck ihrer Lebensweise, sondern auch in vielen weiteren Kulturen. In vielen Lebensbereichen wurde das Trommeln und das damit verbundene Zusammengehörigkeitsgefühlen und die Gemeinschaft in Zusammenhang gebracht. Man befürchtete damals, dieses Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Sklaven könnte zu einem Aufstand dieser führen. Das wollte man in jedem Fall verhindern und so nahm man ihnen einfach die Trommeln weg. Die Transportkisten boten jedoch eine perfekte Alternative und konnten den Sklaven nicht einfach so weggenommen werden.

Es dauerte dann gar nicht lange und die Cajon eroberte Lateinamerika, Afrika und Europa. Mitte der 1970er Jahre konnte sich das Instrument fest in der spanischen Flamenco-Musik etablieren und wurde neben Bongos und Congas zum wichtigen Rhythmusinstrument dieses Genres.

Cajon heute

Musiker beim Cajon spielen

Cajones kann man vielseitig einsetzen, auch in Verbindung mit anderen perkussiven Instrumenten

Heute werden die Cajones nicht mehr nur in Peru und Kuba produziert, sondern auf der ganzen Welt (Hersteller findest du hier: Cajon Hersteller). Damals wie heute zeichnen sie sich durch ihre typisch afro-peruanische Bauform aus. Die Schlagplatte ist lose verschraubt und wurde erst vor einigen Jahren mit einem Schnarr-Mechanismus versehen, wie man ihn von arabischen Rahmen- und europäischen Militärtrommeln sowie brasilianischen Caixas her kennt.

Heute findet man Cajones als perkussives Begleitinstrument in sehr vielen Bereichen. In erster Linie finden sie dort Verwendung, wo mit geringem Aufwand schlagzeugimitierende Funktionen erfüllt werden sollen. Derzeit erlebt das Trommeln und besonders der afro-peruanische Cajon-Sound ein echtes Revival und die Instrumente sind beliebt wie nie zuvor. Sehr wahrscheinlich weil der afro-peruanische Cajon-Sound auch bei E-Drums als Samples getriggert werden kann.

Sollten Ihnen bei der Informationssuche nach der Cajon andere Schreibweisen entgegenkommen, wie beispielsweise Cajoon, Cajonn oder Kajon, ist das nicht unbedingt falsch. Wie das mit Namen aus fernen Ländern nun mal so ist: schnell werden sie mal falsch geschrieben oder falsch überliefert.

Aufbau und Funktionen von Cajons

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Cajon Aufbau mit weiterem Zubehör

Im Vergleich zu einer herkömmlichen Trommel hat die Cajon keine Fell- oder Folienbespannung, sondern eine Schlagfläche aus Holzplatten. Der Korpus besteht ebenfalls in der Regel aus Holz. Unterschieden wird die afro-peruanische und verschiedene kubanischen Bauweisen.

Die afro-peruanische Bauweise hat sich im spanischen Flamenco etabliert. Daraus ergaben sich einige Modifikationen am Instrument, wie beispielsweise ein „Schnarr-Effekt“, der Geräusche wie von einer kleinen Trommel erzeugt. Hierzu werden umwickelte Stahlsaiten verwendet, die an der Schlagplatte anliegend verlaufen. Es gibt zusätzlich auch Snare-Teppiche, Snare-Teppichsegmente, Metallzungen-Fächer und spiraligen Drähte, die allesamt mechanisch sind und Geräusche durch die Schwingungen der Schlagplatte erzeugen.

Gespielt wird die Cajones indem man sie im Sitzen zwischen die Schenkel klemmt. So die traditionelle Weise. Heute sitzt man meist auf der Cajon. Bei der kreolischen Cajon wird diese mit ihrer breiteren Seite auf dem Boden gestellt. Der Spieler stellt ein Beine in die Mitte der vorderen Holzwand, sodass die Cajon in zwei Spielflächen aufgeteilt ist. Auf der rechten Seite werden Schläge der Basstrommel erzeugt. Sehr häufig anzutreffen ist die säulenförmigen Cajon. Sie steht auf der schmaleren Seite und der Spieler hat den Kistendeckel zwischen seinen Beinen. Am oberen Kistenrand wird der höhere Snare-Ton erzeugt, während der Basston tiefer auf dem Deckel entsteht.

Aufgrund des Materials und der Größe des Korpus erzeugen Cajoneros einen sehr interessanten Klang. Ist die Cajons volumiös genug, wird unterhalb der ersten eigentlichen Resonanzfrequenz ein sehr tiefer Basston erzeugt. Der Effekt dieses Tons kann verstärkt werden, indem das Schallloch vergrößert wird und per Fußmaschine und einem weichen Schlägel getrommelt wird.

Ansonsten ist der Klang der Cajones eher trocken, vergleicht man sie mit Trommeln die über eine Fellbespannung verfügen. Allerdings kommt dies beim Zusammenspiel mit anderen unverstärkten Instrumenten besonders gut zur Geltung.

Neben dem Standard-Cajon gibt es noch das „Cajonito“, das „kleine Cajon“. Es ist nur ein Viertel so groß wie ihre große Schwester, kann damit leichter transportiert werden und ist auch im Preis günstiger. Der Ton des Cajonito ist heller und trockener.

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Cajon und die Verwendung in der Musik

Man findet die Cajon in nahezu allen Musikrichtungen als Rhythmusinstrument. Besonders gerne wird sie ersatzweise für Bass Drum und Snare im Bereich der unplugged Musik verwendet. Und gerade diese Art Musik zu machen erfreut sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Daneben wird sie immer häufiger auch im Rock und Pop, vor allem aber im Folk-Rock-Bereich eingesetzt. Die Cajon wird immer häufiger auch zusammen mit weiteren Perkussionsinstrumenten eingesetzt, wie Shaker, Schellenkranz sowie Hi-Hatoder Becken.

Cajon-in-der-Musik

Cajon, das Instrument, das den Rhythmus mit vorgibt

Die Cajon la Peru liefert einen fetten Bassdrum– und einen recht knackigen Snaresound und bringt selbst die härtesten Rock-Drummer zum Schwärmen. Die Cajon lässt es zu, einfache aber auch recht komplizierte Grooves zu spielen und liefert dabei ein komplexes Klangbild aus Snare-, Bassdrum- und Congasounds. Herrlich. Im spanischen Flamenco ist sie gar nicht mehr wegzudenken und wird hier sehr vielseitig eingesetzt.

Einer der Hauptgründe, warum die Cajon immer beliebter wird, liegt jedoch auf der einen Seite an der Lautstärke und auf der anderen Seite in der Größe. Ohne Verstärker ist die Cajon zwar kaum lauter als eine Akustikgitarre, bietet aber dennoch den typischen Sound eines Schlagzeugs. Wegen der geringen Größe kann die Cajon problemlos überall mit hingenommen werden – selbst auf die kleinste Bühne.

Damit verbunden sind ganz neue Möglichkeiten dieses Instrument in der Öffentlichkeit zu spielen. Bühnen, auf denen für ein Schlagzeug zu wenig Platz vorhanden sind, können dennoch bespielt werden. Auch wenn ein herkömmliches Schlagzeug zu laut wäre, bildet die Cajon die perfekte Alternative. Werden nämlich die Mikrofone richtig ausgerichtet, dann klingt das Instrument auch auf großen Bühnen wie ein komplettes Schlagzeug. Davon ist jeder Zuhörer fasziniert – klingt eine simple Kiste doch wie ein Schlagzeug.

Beispiele für die Verwendung von Cajon in der Musik

Cajon und Akustik- Gitarre

Hammer- Cajon- Solo von Daddi Bahmani

Rock’n’roll Cajon

Dont worry be happy cover auf hochdeutsch 🙂 „Scheiß drauf…“

Und, hast Du nun auch Lust selbst zu spielen? Bevor Du Dir vorschnell ein eigenes Cajon kaufst, solltest Du Dir auf jeden Fall in unserem Kaufratgeber umfassend informieren.

Unsere Hinweise zum Kauf mit konkreten Produktempfehlungen findest du hier (klick).